Rückblick auf den Sportlergottesdienst am 6. Oktober 2002
Sportlich ein Riese - menschlich ein Zwerg?

im evangelischen Gemeindehaus in Rutesheim

Diesmal war unser Saal voll, was uns sehr gefreut hat.

Unser Musikteam hatte sich zum ersten Mal in dieser Zusammensetzung getroffen und es war prima. Wir sind froh, dass sie auch beim nächsten Mal dabei sein werden.

Hermann Gühring hielt die Predigt und bat diesmal zwischendrin unseren Gast Bernd Breitmaier zum Interview. In Videoausschnitten sahen wir Jan Ullrich bei der Pressekonferenz, wie er Fehler beim Umgang mit unerlaubten Medikamenten zugab, sowie Schlüsselszenen bei der Qualifikation zu den Leichtathletik-Europameisterschaften in München.

Die kurzen Szenen zeigten auf, dass im Mittelpunkt aller Sportereignisse Menschen stehen - Menschen mit Hoffnungen und Träumen, aber auch mit Grenzen und Problemen, wie sie innerhalb und außerhalb des Sports an der Tagesordnung sind. Dabei wurde deutlich, wie wichtig mentale Stärke und charakterliche Werte sind, um im Sport dauerhaft Gutes zu leisten. Zwar gibt es Hochtalentierte, denen manches zufliegt, weil sie über eine überragende Veranlagung verfügen, aber gerade die sind in Gefahr, auf einem niedrigen Niveau zu stagnieren.

Um sportlich das beste aus den eigenen Möglichkeiten zu machen, ist es hilfreich, möglichst viel darüber zu wissen, wie der Mensch gebaut ist und wie er wirklich funktioniert.

Wir finden einen Hinweis in der Bibel auf den Bauplan des Menschen in 1. Thess. 5, 23. Dort steht:

Er aber, der Gott des Friedens, bewahre euren Geist samt Seele und Leib.

Anhand eines Dreiecks zeigt Hermann, wie Körper, Seele und Geist als eine Einheit zusammenspielen. Und zwar als Grundlage und Traggestell der Leib, darauf die Seele und als Spitze der Geist. In der Spitze des Dreiecks ist das Organ angelegt, das den Menschen vom Tier unterscheidet und ihm auch die Fähigkeit gibt, mit Gott, seinem Schöpfer zu kommunizieren.

Nachdem der Mensch darauf nicht mehr so viel Wert legt, fehlt bei vielen die Spitze. Eigentlich steht diese Dreieck ohne Spitze heute auf dem Kopf, der Körperkult hat zahlreiche Auswüchse und führt zu vielen Fehlentwicklungen und Problemen.

Hermann nahm uns gedanklich mit in Gottes Schöpfungslabor, er malte uns deutlich vor Augen, wir wunderbar Gott unseren Körper gebaut hat und mit welch großartigen Fähigkeiten er uns ausgerüstet hat.

Verstand, Gefühl und Wille brauchen eine ausgewogene Steuerung, um die seelische Balance zu halten.

Angesichts dieser Erkenntnisse ist es offensichtlich, dass beim Leistungssportler die Gefahr besteht, dass bei der intensiven Unterstützung der körperlichen Entwicklung die Balance verloren geht, wenn der Persönlichkeitsentwicklung nicht dieselbe Aufmerksamkeit gewidmet wird. Hier kommt die Notwendigkeit der Betreuung ins Spiel, und an diesem Punkt führte Hermann den Interviewgast Bernd Breitmeier ins Gespräch ein.

Bernd ist selbständiger Unternehmer mit dem Schwerpunkt, Menschen im Berufsleben zu schulen und zu unterstützen. Diese Art von Coaching hat viele Parallelen zum Sport. Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in München war Bernd als Sportseelsorger dabei und berichtete eindrucksvoll von Beispielen seiner Tätigkeit. Kernaussagen waren u.a. die Notwendigkeit der Betreuung des Sportlers in allen Lebensbereichen und die Zuwendung in Situationen, wo sich das sportliche Umfeld - z.B. bei Misserfolgen - enttäuscht abwendet und den Sportler allein lässt. Überhaupt zeige sich hier, welch andere Gesetze im Sport herrschen als bei Gott. Bei Gott finden wir bedingungslose Liebe, die nicht an das Erreichen von Qualifikationsnormen oder Erfolgen gebunden ist.

Simon Gühring wurde zu seinen Erfahrungen als Jungprofi bei den Milwaukee Brewers befragt und zu seinem ersten Jahr in Phoenix/Arizona. Er wünschte sich von einem Betreuer, dass er vor allem da ist wenn man ihn braucht möglichst auch in ganz praktischen Dingen und wie ein guter Freund zu einem steht. (Auch das gemeinsame Bibellese wäre prima, denn der regelmäßige Gemeindekontakt ist nicht möglich)

Hermanns Credo zum Schluss seiner Ansprache war, dass an der intimsten Stelle meiner Persönlichkeit - dort wo mein Charakter und damit meine Persönlichkeit geformt werden - eigentlich nur einer das Sagen haben sollte, nämlich der Schöpfer selbst, der unser ganzes Lebens mit seinen komplexen und hochsensiblen Zusammenhängen erdacht und erfunden hat.

Er zitierte dazu Psalm 139, 13-16 sowie das Angebot Gottes:

Ich bin der Herr, dein Gott, der dir zeigt, was dir nützt,

und der dich leitet auf dem Wege, den du gehen sollst!

Ebenso die Worte aus dem zweiten Samuel-Buch:

Gott stärkt mich mit Kraft und weist mir den rechten Weg.

Er macht meine Füße gleich den Hirschen und stellt mich auf meine Höhen.

Er lehrt meine Hände streiten und gibt meinen Schritten weiten Raum!

Der Wille unterscheidet den Menschen vom Tier

Dieser Wille mag ein unscheinbares Element unserer Seele sein, aber er soll eingesetzt werden wie das Ruder an einem großen Schiff. So bestimmt der Wille die Richtung, vor allen Dingen in der Entscheidung, wer unser Leben prägen soll und darf.

Wir alle kennen den Werbeslogan:

An meine Haut lasse ich nur Wasser und ... (eine bestimmte Seife).

Viele verantwortungsbewusste Hausfrauen lassen an ihre Wäsche nur ... (ein bestimmtes Waschmittel)

Aber an meine Seele?

Wen lasse ich an meine Seele?

Nach einer kurzen Zeit der Besinnung sprach Hermann ein Gebet, in dem er Gott einlud, diesen Platz einzunehmen.

Der Gottesdienst war knapp 100 Min lang - aber es wurde uns nicht langweilig, sondern viele nahmen sich hinterher im Bistro noch die Zeit zum Gespräch. Diesmal war wirklich ausreichend Verpflegung da und wir hätten euch , die ihr diesmal nicht dabei gewesen seid, auch noch satt bekommen.

Wir bedanken uns für die Kollekte von 172 Euro und möchten auf die beiden nächsten Spogos hinweisen:

Am 3. November wird Hannes Schmidts, der Geschäftsführer von SRS die Predigt halten zum Thema: Aus dem Vollen schöpfen. Als Interviewgast werden wir Sonja Metz begrüßen. Sie ist querschnittsgelähmt seit einem Motorradunfall und Mitarbeiterin bei SRS.

Dieser Gottesdienst ist wieder im Gemeindehaus der ev. Johanneskirche.

Bitte auch schon den 1. Dezember 2002 vormerken. Das wird unser HIGHLIGHT:

unseren 10. Spogo feiern wir in der Sporthalle Bühl in Rutesheim.

Das Turn- und Tanzteam von SRS und die a cappella - Gruppe 'five 4 one' haben schon zugesagt, bekannte gläubige Spitzensportler sind angefragt.

Wir brauchen eure Hilfe, um diesen 'Spogo spezial' bekannt zu machen!

Bitte meldet euch bei mir ob und wo ihr Flyer verteilen und Din A4 Plakate aufhängen könnt.

Bis auf bald,

eure Marion Gühring
Tel. 07152 902809
Fax 07152 929423
marion.guehring@web.de